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Zum Abschluß sei eine Kopie der Epigrammata antiquae urbis Romae (Rom 1521) in der Biblioteca Vaticana erwähnt, die im Kreis des kunstsinnigen Kardinals Pio da Carpi bearbeitet und mit Postillen versehen wurde. [Endnote 81: Vat. lat 8495, Epigrammata antiquae urbis, Rom 1521. Auf dem Titelblatt: "Ant. Augustinus Io. Metello D.D." Siehe diesbezüglich auch Abb. 3.] Diese einst von der römischen Akademie zusammengestellte Sammlung von Inschriften wurde nach wissenschaftlichen Methoden emendiert, die uns von dem Coburgensis-Zeichnungen her vertraut sind. Falsch gelesene Buchstaben wurde korrigiert, die Zeilen getreu dem Original wiedergegeben, die Position der Inschrift auf dem Monument richtiggestellt. Erfundene Ornamentik und im Original nicht vorhandene Rahmungen wurden gestrichen. Darstellungen auf den Seitenflächen der Monumenten wurden hinzugefügt, Quellen aus der antiken Literatur herangezogen, die Aufbewahrungsorte nach dem neuesten Stand gegeben. Die Überlieferungsgeschichte der Inschriften wurde geklärt. Folio CLXXV der Epigrammata (Abb. 16), das den Altar des Scipio Orfitus zeigt, stellt gleichsam eine notwendige wissenschaftliche Stufe für die Verwirklichung von Vol. 179 des Codex Coburgensis dar (Abb. 17). Diese beiden Darstellungen zusammen veranschaulichen die wissenschaftliche Entwicklung in der Erfassung archäologischer Denkmäler aus der Zeit von Leo X. bis zu Marcello II. Cervini.

[= Ende des Artikels; es folgen die Anmerkungen / Endnoten]