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Die berühmte Grabcapelle der Valois zu St.-Denis (Fig. 21), nach dem Tode Heinrichs II. von Primaticcio entworfen und begonnen, beruht vollständig auf Erinnerungen an die Entwürfe und Modelle für St. Peter, die entweder gar nicht zur Ausführung gekommen sind, oder an Theile, die wieder abgetragen worden sind.

[S. 53] 

Das Aeussere erinnert einerseits an die Kuppel im Modell Sangallo's (Fig. 20), zum Theile auch an die Gliederung der Umgänge, namentlich solcher, bei denen die den inneren Pfeilern entsprechenden Travéen etwas vorsprangen; die Innen-Architektur der Seitencapellen (siehe Fig. 45 u. 97) beruht vollständig auf derjenigen der gleichen Umgänge für St. Peter. Die Lage dieser Capelle am Ende des linksseitigen Querschiffes der Abteilkirche zu St.-Denis, genau so, wie diejenige der zwei an St. Peter in Rom sich anschliessenden altchristlichen Rundgräber offenbart noch die Absicht, an dieser Stelle dem berühmtesten Neubau der Christenheit sich anzuschliessen. Eine jener Rundbauten hiess zudem “Capelle des Königs von Frankreich”, und nach dem Abtragen derselben wurde dieser Name auf das neu begonnene Südkreuz von St. Peter übertragen. Dieses lag unmittelbar daneben und war der einzige Theil, an welchem man angefangen hatte, jenen Umgang Bramante's auszuführen, von dessen Einfluss auf die Chapelle des Valois vorhin die Rede war.

[vgl. auch Schnittdarstellung im zweiten Band Geymüllers, Fig. 197, S. 559]