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Matal war ein durchaus sperriger Gelehrter, der sich zeitlebens durch eine ausgeprägte Publikationsscheu auszeichnete. Bereits in Italien hatte er darauf verzichtet, die Ergebnisse seiner Studien eigenständig zu publizieren. Er begnügte sich damit, sie anderen Gelehrten zu überlassen, etwas dem Spanier Antonio Agustín, die sie dann in ihren Schriften verwerteten. Das Ansehen,d as sich Agustín in der Jurisprudenz seiner Zeit erwarb, ruht zu einem nicht unerheblichen Teil auf den wissenschaftlichen Leistungen Matals. [FN 1: S. unten Kap A/3.2f.] Wenn Dr. jur. utr. Laevinus Torrentius (1525-1595), der gelehrte Bischof von Antwerpen, 1589 mit Blick auf die Jahre, die beide gemeinsam in Italien verbrachten, schrieb, Matal habe sich in Rom durch eine außergewöhnliche Hilfsbereitschaft ausgezeichnet,[FN 2: DELCOURT/HOYOUX II, 1953, 518 (1589 Juli 24, Antwerpen; Torrentius an Matal in Köln): Lubentur enim eos iuvas, quos potes, ut ipse olim adolescens Romae expertus sum.] so ist das keine leere Lobesfloskel.

Auch in Köln blieb Matal jener accuratissimus silentii cultor, als der er 1593 auf einem Kupferstichporträt des Niederländers Crispijn van de Passe bezeichnet wird. Noch die Atlaswerke, die er in den 1590er Jahren herausbrachte, erschienen anonym, und die Autorschaft wurde erst posthum gelüftet. [FN 3: S. unten Kap. C/4.6.6.]