Heilige Landschaft – Heilige Berge

Akten des Achten Internationalen Berocksommerkurses der Bibliothek Werner Oechslin, 2007.

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Viele Religionen weisen der Landschaft – und dabei insbesondere den Bergen – eine bedeutende Rolle zu: So strandete die Arche Noah auf einer Bergspitze, am Berg Sinai erhielt Moses die Zehn Gebote, und in der Vita Christi sind Berge wichtige Stationen (Kalvarienberg, Ölberg u.a.). Der von einer landschaftlichen Erhebung aus geführte Dialog zwischen Gott und Mensch suggeriert eine Nähe zu Gott. Dies erklärt auch die privilegierte Stellung hochgelegener Heiligtümer. In der 1614 von Cesare Tettamantio publizierten Geschichte des Sacro Monte von Varese wird eine Vielzahl «biblischer» heiliger Berge genannt, um den Pilgerort oberhalb von Varese wertvoller und gnadenreicher erscheinen zu lassen. Religiöse Architektur prägt aber ebenso die Landschaft. Zeugnis hiervon geben Wegkreuze, Kapellen, Klöster, Kirchen und Tempel entlang intakter alter Handelswege und geographisch relevanter Verbindungsachsen. In den Beiträgen des Bandes werden einzelne Beispiele für die Wechselwirkungen zwischen Religion und Landschaft und kulturgeschichtliche Zusammenhänge dargestellt.


Inhaltsverzeichnis:


9
Werner Oechslin, «Petit Aethera». Das Oben und Unten im ‘barocken’ Kontext

I

28 Jasmin Mersmann, Heilige/Landschaft. Anamorphosen in der Trinità dei Monti

44 Ria Fabri, Über Berg und Tal ins Heilige Land. Spuren von Pilgern und Pilgerfahrten in Antwerpener Kunstsammlungen des 17. Jahrhunderts

54 Nenad Makuljević, Pilgrimage and Memory. The Picture of the Holy Land in Early Modern Visual Culture of the Balkans

II

68 Berthold Hub, Geheilte Stadt durch heilige Land-schaft in Filaretes Libro architettonico (ca. 1465)

84 Peter Stephan, Transformation und Transfiguration. Die bauliche und geistige Erneuerung Roms unter Sixtus V.

130 Gerd Blum, Berge als Bauten und Begrenzung. Giovanni Battista Agucchi, Giordano Bruno, Galileo Galilei und die Aussicht der Villa Aldobrandini über Frascati

146 Andreas Tönnesmann, Enea Silvio und der Berg III

158 Katja Burzer, «Non potest civitas abscondi supra montem posita». Die geplante Inszenierung Carlo Borromeos auf dem Sacro Monte in Arona

172 Eckhard Leuschner, Begehbare Bilder eines Heiligen Berges. «Il Sacro Monte della Vernia» von Raffaello Schiaminossi und Domenico Falcini

IV

190 Piet Lombaerde, Utopie in der ‘verlassenenLandschaft’. Die neue Stadt Scherpenheuvel als ‘neues Jerusalem’ in den spanisch-habsburgischen Niederlanden

202 Sandra Maria Rust, Der Grazer Kalvarienberg. Barocke Frömmigkeit im Dienste Jesuitischer Propaganda

214 Tobias Kunz, Authentische Orte – authentische Bilder. Die Renaissance mittelalterlicher Heiligenkulte im Schwarzwald des 18. Jahrhunderts

230 Axel Christoph Gampp, Alles glänzend! Der Sacro Monte von Hergiswald und dessen künstlerische Voraussetzung in der Innerschweizer Skulptur des Barock

242 Svetlana Smolčić-Makuljević, The Holy Mountain in Byzantine visual culture of medieval Balkans. Sinai – Athos – Treskavac

262 Klaus J. Loderer, Von Schneckenbergen, heiligen und künstlichen Bergen. Barocke Kreuzwege und Kalvarienberge im Königreich Ungarn

V

278 Mojmír Horyna, Die heilige Stätte als Weltmitte

294 Eckart Kühne, Sakrale Topographien im kolonialen Hispanoamerika: ein Überblick

VI

308 Johannes Stückelberger, Gipfelkreuze

318 Ulrich Heinen, Brocken am Watzmann – Fremde im eigenen Land. Caspar David Friedrichs heilige Berge als Modell nationaler Gewaltimaginationen

340 Michael Groblewski, Der «colle santo» des Vittoriale degli Italiani

358 Harald Tesan, «High & Low». Perspektiven zwischen Berg und Tal in der Moderne

389 Werner Oechslin, Postscript. Moderne Bild- und Sinnkrisen: «... Die Vertauschung von Oben und Unten ist Programm» (Hans Sedlmayr)