Rezension

von Andreas Denk in "der architekt" 2/11 (2011)

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Eugène Emmanuel Viollet-le-Duc. Inter- nationales Kolloquium Stiftung Bibliothek Werner Oechslin, Einsiedeln, 288 S.,
45,– Euro, Gebr. Mann Verlag, Berlin 2010, ISBN 978-3-7861-2453-5.

Ein weiteres Kolloquium in Einsiedeln beschäftigte sich 2002 mit dem französischen Architekten und Theoretiker Eugène Emmanuel Viollet-le-Duc (1814-1879). Der Tagungsband, der erst 2010 erschienen ist, zeigt die vielen Facetten des Franzosen beispielhaft auf, dessen prägender Einfluss in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts neben den Sempers trat. Werner Ochslin zeigt dies nicht nur am Beispiel Hendrik Petrus Berlages, sondern führt Einflüsse Viollet-le-Ducs sogar auf Le Corbusiers vor. Peter Kurmann rekonstruiert mit Viollet-le- Ducs Idealvorstellung einer Kathedrale zugleich dessen Gotikbild, Susann Schlesinger und Aron Vinegar beschäftigen sich mit der restauratorischen Praxis des Architekten an den Beispielen der Westfassade von Vezelay und dem Chateau de Pierrefonds. Besonders interesssant ist der Buchabschnitt, in dem Barry Bergdoll, Michael Gnehm und Werner Oechslin unterschiedliche Aspekte von Viollets Verhältnis zu Sprache und Geschichte untersuchen. Über die Rezeption des hierzulande oftmals in der Wirkung un- terschätzten Franzosen im 20. Jahrhundert berichten Robin Middleton, Gerard van Zijl und Laurent Stalder, der hier die Auswirkungen der „Histoire d’une maison“ auf die deutsche Architekturliteratur um 1900 untersucht. 

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