2015: Welche Wettbewerbe?

9. Architekturgespräch

Institut für Geschichte und Theorie der Architektur, ETH Zürich in Kooperation mit der Stiftung Bibliothek Werner Oechslin

Einsiedeln, 14. November 2015

09:45 Begrüssung

10:00 Einführung: Hubertus Adam Zürich

10:30 Stellungnahmen

Moderation: Marcel Meili, Zürich
Christian Kerez, Zürich
Astrid Staufer, Frauenfeld
Peter Swinnen, Brüssel

12:30 Mittagspause

14:00 Stellungnahmen

Moderation: Harry Gugger, Basel
François Charbonnet, Genf
Kersten Geers, Brüssel
Elli Mosayebi, Zürich

16:00 Kaffeepause

16:30 Schlussdebatte

Der Wettbewerb wird gern als der Leuchtturm der Schweizer Baukultur verstanden. Stets wird der «Wettstreit unter Fähigen» (Dolf Schnebli) als Erklärung für die hohe Qualität der Architektur in der Schweiz angeführt. Tatsächlich sind in den letzten Jahrzehnten aus Wettbewerben Bauten hervorgegangen, die für ihre Zeit wegweisend waren und die architektonische Kultur nachhaltig prägten: so etwa das Bad in Bellinzona, das Kirchner Museum in Davos, das Schulhaus in Paspels, die Schulhäuser Leutschenbach oder Im Birch in Zürich, das Learning Center in Lausanne.

Das Bewährte scheint erfolgreich, und die Beteiligten sind gut aufeinander eingespielt: die öffentlichen und privaten Auslober, der SIA als Wächter über die Regeln, die Architektinnen und Architekten als Juroren oder Teilnehmer und nicht zuletzt die Architekturkritik. Dieses System hat sich zunächst diskret und unter der kulturellen Wahrnehmungsschwelle, in den letzten Jahren jedoch immer sichtbarer verändert. Durch die zunehmend obligatorische Zusammenarbeit mit einem ganzen Team von Fachplanern, die Einführung von Präqualifikationsverfahren und einer Vorprüfung, die Besetzung der Jury durch eine wachsende Anzahl von Sachpreisrichtern und die Festlegung präziser Darstellungsformen hat sich der Wettbewerb von einer Ideenkonkurrenz entfernt und zu einem «Realisierungsverfahren» (Aurelio Galfetti) entwickelt – von einem Wettbewerb um das architektonisch und städtebaulich beste Projekt zu einem Verfahren zur öffentlichen Legitimation eines Bauvorhabens. Davon zeugen all die gut organisierten und in jeder Hinsicht optimierten, architektonisch aber oft kompromissreichen Projekte, die sich in jüngster Zeit in Zürich, Genf, Basel, Chur oder Lausanne in Wettbewerben durchgesetzt haben.

An den 9. Einsiedler Architekturgesprächen sind die Architektinnen und Architekten gefordert, den Wettbewerb zur Disposition zu stellen. Ziel der beiden Gesprächsrunden ist ein Positionsbezug der Hauptbeteiligten mit einem Aufruf zu einer erneuerten Wettbewerbskultur.

Anmeldung zum Architekturgespräch bis 5. November 2015 per mail an:

Stiftung Bibliothek Werner Oechslin Einsiedeln