Dante-Lesung

 Dante-Lesung

 

Freitag, 26. September 2008

Die deutsche Schauspielerin Verena Buss wird am 26.09.2008 in der Bibliothek Passagen aus Dantes "Divina Commedia" vortragen. Sie wird musikalisch begleitet von dem Komponisten/Trompeter Damian Zangger und dem Kontrabassisten Daniel Studer.

Beginn: 19.00 Uhr.

Dauer: ca. 2 Stunden.

Verena Buss ist in Baden-Baden (Schwarzwald) geboren und aufgewachsen und erhielt ihre Ausbildung an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Hamburg. Nach einer frühen Begegnung mit Fernsehen und Film (u.a. «Der Gehülfe» in der Regie von Thomas Koerfer) folgten Theaterengagements in Köln, Frankfurt, Hamburg, Berlin, Düsseldorf und Basel - dort lange Zusammenarbeit mit Werner Düggelin und Hans Hollmann – und diverse Gastrollen am Schauspielhaus Zürich (dort las sie auch die gesamte «Göttliche Komödie» von Dante)

Weitere Projekte: Rezitationen der «Odyssee», «Aeneis», «Don Quijote» und anderer Werke, musikalische «Paradiso»-Version mit dem Streichquartett von Sidney Corbett am «Gare du Nord» in Basel.

Begegnungen mit der Oper in der «Zauberflöte» an der Deutschen Oper am Rhein, Düsseldorf; «Mozart in Paris» am Staatstheater Stuttgart (beides Regie: Christof Loy); Wiener Festwochen.

Zur Zeit inszeniert sie J. B. Molières Don Juan im Förnbacher Theater im Badischen Bahnhof Basel (Premiere 16.09.08).


Damian Zangger – Der Zürcher hat an der ETH Zürich 1998 sein Architekturstudium abgeschlossen. Anschliessend studierte er an der Hochschule für Musik in Köln bei Manfred Schoof Jazztrompete und bei Paulo Alvares Improvisation, Neue Kammermusik und Aleatorische Musik. Als Komponist und Musiker arbeitet er mit diversen Ensembles im In- und Ausland. Er hat für mehrere Filme die Filmmusik komponiert und eingespielt. 2006 führte er das Projekt „Musikalische Begegnungen mit der Architektur Andrea Palladios“ durch. 


Daniel Studer – Improvisation und Komposition sind Zentrum der Arbeit. Musik in Verbindung mit Text, Tanz, Theater, Videopoesien. Mehrere Raumprojekte. Gezielte Auseinandersetzung mit dem Instrument und daraus folgende solistische Tätigkeit. Längere Zusammenarbeit mit Peter K Frey, III-VII-XII (Mischa Käser und Urs Haenggli), Katharina Klement, Giancarlo Schiaffini, Alfred Zimmerlin. Konzerte in Europa und Japan sowie Aufnahmen u.a. mit Streichtrio Coen-Penazzi-Studer, Solo, Kontrabassduo Studer-Frey, Day&Taxi. Unterrichtet Improvisation an der Hochschule der Künste in Bern.

 

Musikalische Lesung:  Divina Commedia

Die Commedia sprengt bei weitem den zeitlichen Rahmen eines abendfüllenden Programms.

Wenn also nur wenige ausgewählte Gesänge eine Rolle spielen können, nimmt die Musik auf das gesamte Werk Bezug. Text und Musik ergänzen sich also. Der Text beleuchtet detailliert einzelne Elemente und die Musik bietet diesen den Bogen, auf dem sie aufgereiht werden können. Die Musik schöpft also aus der so reichhaltigen Geschichte Dantes und kann damit helfen, Stimmungen zu erzeugen oder Landschaften zu zeichnen, durch die der Dichter – das Publikum an der Hand – wandert. Sie kann hier Rückschau halten, dort eine Stimmung vorausschicken, begleiten oder intervenieren. Kommentieren soll sie nicht.

Die Musik bedient sich unter anderem der Überlagerung und Ergänzung von improvisierten Strukturen und komponierten Teilen. So wie die Improvisation für die nötige Agilität verantwortlich ist, kann das Komponierte präziser aussagen. Es gibt musikalische Themen, die motivisch mit Figuren aus der Geschichte korrelieren. Pardel, Löwe und Wolf – sie stehen für Wollust, Hochmut und Habgier – haben also ihr eigenes melodisches Motiv, während Dante oder auch Beatrice wandelbarer auftreten, da sie vielfältige Stimmungen und Situationen durchleben. So steht für Dante eine bestimmte Akkordfolge, die verschieden instrumentiert ist und in Tempo, Phrasierung oder Dynamik variieren kann.

Neben die Sprecherin gesellen sich ein Kontrabass und entweder eine Trompete oder ein Baritonhorn. Diese Besetzung offeriert ein breites klangliches Spektrum und kombiniert in der kleinstmöglichen Zelle die Welt der Saiten- mit der von Blasinstrumenten. Während der Kontrabass gestrichen, gezupft und mit allen möglichen Mitteln traktiert wird, kann der Klangcharakter von Trompete oder Baritonhorn auch mit diversen Dämpfern erweitert werden. Das kleine Orchester kann so seinen Platz sowohl hinter, neben, als auch vor der Schauspielerin einnehmen.